Aicy & Deacy & Dares “von der Glacis”

27.September 2011

SV-Bundessiegerprüfung 2011 in Meppen oder: Die coole Sau!

Abgelegt unter: Agility — Aicy @ 13:19

Den Bericht über die SV-Bundessiegerprüfung in Meppen darf ich mit einem Zitat von Herbert Köhler, SV-Bundessieger 2000 und seit Jahren Team-Chef der WM-Mannschaft, beginnen:

Herbert Köhler: So, von der BSP zurück. Mein Fazit: Meine letzte Teilnahme ist ja nun schon ein paar jahre her, was hat sich geändert…nix !!! Es ist eher alles schlechter geworden. Man glaubt immer noch, das große Hunde einen ganz engen Parcours brauchen (arme Vorderhand). Nicht einmal konnte man dem Hund eine vernüftige Lauflinie geben, schöne und flüssige Läufe konnten nicht zustande kommen und gerade vor einem teilweise kritischen Publikum sollte es nicht so aussehen wie es zu großen Teilen ausgesehen hat. Ständig irgendwelche Bremsen im Parcour, jeden Tag ne dreier Kombination, mir drängt sich der Verdacht auf, dass man schnelle Hunde ausbremsen möchte und schon denke ich wieder in die Vergangenheit….. Ich hoffe das die Verantwortlichen sich einmal eines besseren besinnen, denn auch die Belastung des langsamen Hundes ist, weil größer und schwerer, bei solchen Parcours ungeheuer hoch. Ich habe es noch nie erlebt, dass es, so wie an diesem WoE, soviele verletzungsbedingte Ausfälle gegeben hat. Die ganze Entwicklung bzw. nicht Weiterentwicklung stimmt mich doch sehr bedenklich!!!

So sahen die Parcours aus der Sicht von Herbert aus.

Zu uns: Im A-Lauf zog ich Aicy an einer Hürde zu weit vorbei und bei dem Versuch, zu retten, was zu retten ist, nahm sie den nächsten, damit falschen Sprung. Mein Fehler.

Im Jumping 1 war der Eingang zum Sacktunnel schräg anzulaufen, den direkt danach zu nehmenden Slalom führte ich zu schnell an - zweite Stange - Verweigerung.

Im Jumping 2 lief alles recht flüssig, bis ich am Tunnel wieder einmal zu schnell sein wollte und dadurch erst recht Zeit verlor und eine Verweigerung kassierte. Dummes Ich!

Aicy lief wie immer super freudig und aufmerksam und trotz der Verweigerungen tolle Zeiten. Ganz besonders gefreut habe ich mich für meinen Mannschaftskameraden Werner Hagemann und seinen Tommy. Trotz erheblicher Einschränkungen nach einer Kreuzbandoperation gelangen den beiden drei schöne Läufe, die mit dem Gesamtplatz 10 belohnt wurden! Beigetragen zu dem Erfolg hat natürlich Otto, seit Sonntag nicht mehr nur ein einfaches Porzellanschweinchen, sondern eine “coooole Sau”!

Etwas weniger Glück hatten Manuel und Baylee, die leider, leider im Jumping 1 disqualifiziert wurden :-( Den Jumping 2 beendeten sie fehlerfrei mit der schnellsten Zeit. Die Zwei werden im nächsten Jahr sicher wieder angreifen!

Was mich persönlich furchtbar ärgert, sind die jedes Jahr neuen Sonderregelungen auf der BSP:

Nach der Mannschaftsführerbesprechung am Donnerstag wurde uns durch unsere Sportbeauftragte Bärbel Söhngen (LG 15, Bayern-Süd) mitgeteilt, dass auf der BSP 2011 im A-Lauf eine Disqualifikation ausgesprochen wird, wenn der Hund an einer Kontaktzone angehalten wird und nicht mit allen vier Pfoten auf dem Hindernis ist, z. B. zwei Pfoten auf der Zone, zwei Pfoten im Gras.  

Ich habe hierüber mit Bärbel in Meppen bereits diskutiert und heute nach meiner Rückkehr auf der Homepage des vdh im Richterleitfaden der FCI-Agility-Kommission, Version 10.2.2008, noch einmal folgendes nachgelesen:

 Kontaktzonenhindernisse:

Der Richter sollte sich auf die Kontaktzonen konzentrieren, um festzustellen, ob die Zone von einer Pfote betreten wurde. Dieser Weg ist besser, als auf den Hund zu achten, weil dabei übersehen werden könnte, dass eine Hinterpfote doch noch die Zone berührt, während der Hund vom Hindernis abspringt.

Erst wenn alle vier Pfoten des Hundes auf dem Boden aufgekommen sind, gilt das Hindernis als vom Hund vollendet und verlassen.

Ein Parcoursfehler kann dem Hund nicht zugeteilt werden, wenn er auf dem Hindernis stehen bleibt, rückwärts geht, darauf wendet oder in falscher Richtung geht, solange der Hund sich auf dem Hindernis befindet. Natürlich muss der Hund das Hindernis trotzdem richtig und vollständig meistern.

 So geschrieben im Richterleitfaden der FCI-Agility-Kommission Version 10.2.2008

 http://www.vdh.de/tl_files/media/pdf/dl/agility-Richterleitfaden02-2008.pdf

„Erst wenn alle vier Pfoten des Hundes auf dem Boden aufgekommen sind, gilt das Hindernis als vom Hund vollendet und verlassen“.  Daraus ergibt sich zweifelsfrei, dass einem Hund kein Fehler angelastet werden kann, solange er mit mindestens einer Pfote auf der Kontaktzone ist, schon gar nicht darf er disqualifiziert werden.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum immer am Abend vor dem A-Lauf der Bundessiegerprüfung solche „Sonderregelungen“ verkündet werden. Mal müssen wir Fuß-laufend zum Start, mal dürfen die Hunde nur Kette tragen, mal werden FCI-Regeln außer Kraft gesetzt. Nicht nur, dass diese Maßnahmen nicht regelkonform sind, sondern dass wir uns damit auf unserer ureigensten Veranstaltung ungerechtfertigte Disqualifikationen einhandeln, wo wir uns doch eigentlich möglichst publikumswirksam darstellen sollten.

Es ist hart genug, das ganze Jahr in Konkurrenz mit den kleineren und wendigeren Rassen unsere Qualifikationen zu schaffen, da müssten wir uns das Leben nicht auch noch selbst schwer machen.

Ich habe mir erlaubt, den SV-Bundessportbeauftragten Bernd Pape diesbezüglich anzuschreiben und bin gespannt auf eine Antwort.

 

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