FortBildung
Wie das Wort an sich schon sagt, muss man manchmal FORTfahren, um sich weiterzuBILDEN. So geschehen am Donnerstag dieser Woche, als wir dank der Fürsprache unserer Schweizer Freundin Conni einen Tag lang beim Seminar von Werner Haag in Villingen-Schwenningen Zaungast sein durften.
Da der Schweizer in deutschen Gefilden vielleicht nicht ganz so bekannt ist, eine Kurzfassung seiner Vorstellung aus seiner Homepage:
Palmares von Werner Haagseit 1993 Lizenzierter SDH der TKGS
seit 2006/7 Diensthunderrichter VBS
seit 2009 Leistungsrichter SKG/TKGS
Inhaber der Ausnahmebewilligung nach Art. 34 Abs.3 und 4 Eidg. Tierschutzverordnung9 fache Teilnahme an Weltmeisterschaften ( Belgier und FCI ) stand 2009
SKBS und SKG Schweizermeister
Mehrfacher Vice-Schweizermeister
3 mal Sieger am CACIT- Bregenz
Mehrfacher Sieger an FCI-Ausscheidungen
Die Vorstellung seines Trainingsaufbaus für die Unterordnung:
Unser 3-Punkte-Methodikprogramm garantiert schnelles und vor allem sehr korrektes Arbeiten. Es ist bewiesen, dass keine Druck- oder Zwangseinwirkung für eine gewünschte Arbeit zum Erfolg führt (Erfolg = schnell und korrekt). Unsere Methodik basiert darauf, den Hund für jede von uns geforderte Arbeit in eine Erwartungshaltung zu bringen. Denn nur über eine solche werden die verlangten Arbeiten schnell und korrekt ausgeführt.Den Hund in die richtige Grundstimmung zu versetzen, um von ihm eine optimale Arbeitsbereitschaft zu erlangen, ist eines der wichtigsten Kriterien für eine triebbeständige Unterordnung!
Das wollten wir live erleben! Bei winterlichen Temperaturen mitten im Oktober durften wir Hunde verschiedener Rassen, unterschiedlichen Alters und Ausbildungsstandes beim Training beobachten. Ganz auffällig zunächst, dass wirklich nicht ein einziger Hund mit Stachelhalsband oder gar Tele geführt wurde. Werners schlichte Aussage: “Diese Mittel sind in der Schweiz erstens verboten und wir dürfen sie nicht verwenden, und zweitens will ich auch so nicht ausbilden.” Erster dicker Pluspunkt! Dann war markant, wie nachdrücklich der Schweizer Trainer von den Hundeführern das richtige Timing, die richtige Körpersprache und klare Kommandos verlangt. ”Schwarz-Weiß” heisst sein Schlagwort, “lass den Hund nicht in einer Grauzone hängen!” Doppelkommandos kosten fuffzig Rappen - Brigitte, fang schon mal an zu trainieren oder zu sparen! Interessant, welche Gedanken um Korrekturen sich der Trainer macht, der nicht nur am Hund zupfen kann/will. Feinheiten, wie er z. B. beim Training der Freifolge den Oppositionsreflex des Hundes nutzt. Ganz, ganz streng wird es dann beim Schutzdienst. Hier legt Haag allergrößten Wert auf die Gehorsamsteile und verlangt von den Hundeführern Präzisionsarbeit. Da muss jedes Kommando in der Abfolge stimmen, damit der Hund ein klares Bild der Handlungsabläufe hat. Und es funktioniert - ohne Stachel, Tele & Co! Und sie bewegt sich doch! Das ganze Training wird speziell auf Prüfungsabläufe ausgerichtet mit Verbesserungsvorschlägen, um hier und dort noch ein Pünktchen herauszuholen. Da merkt man, dass der Trainer auch Leistungsrichter ist, der weiss, worauf das Augenmerk liegt.
Bei so vielen interessanten Eindrücken liefen nicht nur die Auto-Rädchen auf der Heimfahrt auf Hochtouren. Danke, dass wir Gast sein durften und ganz sicher “Uf Widerluege!”
