Die Freiluftsaison 2009 ist eröffnet! Gestern begleiteten wir Martin & Jester zu den Bunten Hunden Wald, wo die Landessiegerprüfung des DVG Bayern ausgetragen wurde. Mit dem Sieg im A-Lauf und dem dritten Platz im Jumping wurden Martin & Jester Bayerische Meister 2009
Brigitte & Aicy liefen 2 (in Worten: zwei) Disssssse. Das A-Lauf-Dis war ja noch ein schönes; hätte die Brigitte der Aicy nicht einfach nur dumm hinterhergeschaut, als diese Richtung Tunnel abzog, wäre der Rest richtig gut gewesen. Über das Jumping-Dis hingegen wollen wir mal lieber gar nicht reden - das war so ein Lauf zum
Es lag nicht an den wunderschönen Parcours von Uschi Hornung, es lag nicht am herrlichen Sonnenwetter und es lag ganz sicher nicht am Hund …
Am Donnerstag hatten wir in Buchloe ein Seminar mit Sabine Gareiß
“Longiertraining mit dem Hund”

Für alle, die es nicht kennen, eine kurze Beschreibung:
Es wird ein Kreis mit ca. 10 m Durchmesser abgesteckt (Heringe + Flatterband ca. 10 cm über dem Boden). Der Hundeführer steht im Kreis, der Hund muss außerhalb des Kreises arbeiten. Kommt er in den Kreis, wird er freundlich aber bestimmt rausgeschickt: “Du kommst hier nicht rein!” Nun wird der Hund um den Kreis geschickt, zunächst läuft der Hundeführer ziemlich eng mit, später wird von der Mitte des Kreises aus geführt. Wenn der Hund das Prinzip verstanden hat, werden technische Übungen eingebaut wie “Platz, Steh, Sitz, Richtungswechsel”; man kann Hindernisse einbauen (Sprünge, Tunnel, Cavaletti) und man kann Tempowechsel trainieren (Galopp, Trab, langsamer Schritt).
Ihr könnt euch vorstellen, dass gerade die Lauffreaks unter den Hunden einen Riesenspaß an dem Training hatten! Ist irre gut für die Kondition, ist im Trab ein gutes Training in der Rekonvaleszenz und ein hervorragendes Aufwärmtraining. Und ihr solltet einmal sehen, wie interessant ein Hundeführer wird, zu dem man nicht ohne weiteres kommen darf! “Verwehren erhöht das Begehren” trifft hier ziemlich genau zu.
Die Hunde Rexi (5 Monate), Tommy, Bommel, Finn, Jester, Ronny und Aicy sowie als Gäste die zwei Schweizer Polizeihunde Enzor und Murphy und wir Zweibeiner hatten alle Spaß und werden das Training ganz sicher fortführen! Das Wetter war sonnig, die Stimmung gut - wieder einmal ein herrlicher Tag mit zwei- und vierbeinigen Freunden!


Gestern war er da, der Tag der Körung! Der ist im Leben eines Hundes ziemlich wichtig, wenn er vorhat, sich eventuell einmal zu vermehren. Das heisst natürlich nur dann, wenn er sich reinrassig vermehren will. Oder vielmehr, wenn sein Zweibeiner das so plant.

“Aicy von der Glacis” am Tag der Körung, 16. Mai 2009
Die Vorschriften des SV legen zur Körung fest:
Die Körung ist ausschließlich Tieren vorbehalten, die im Zuchtbuch des SV verzeichnet sind und im Jahr der Körung mindestens zwei Jahre alt werden. Als weitere Voraussetzungen müssen sie mindestens eine Schutzhund-1-Prüfung (SchH1) und eine Ausdauerprüfung (AD) nachweisen. Zusätzlich muss der Hund noch das HD-Verfahren durchlaufen haben und dies mit dem „a“-Stempel in der Ahnentafel belegen. Kranke Tiere und solche, die nicht durch ihre Tätowiernummer identifiziert werden können, dürfen nicht zur Ankörung. Unter den Zuchttieren kann nur so die Auslese getroffen werden, die einen Hund nach Wesen, Leistung und Anatomie dazu befähigt, „in besonderem Maß zur Erhaltung und Förderung der Rasse“ zu dienen. Ein Körschein ist damit ein Prädikat, das ausschließlich von Körmeistern vergeben wird, die als Zuchtrichter beim SV Meriten erworben haben.
Den Anfang macht eine Wesensprüfung: Der vierbeinige Kandidat muss sich dabei als unbefangen, nervenfest, selbstsicher und gutartig erweisen. Dazu wird er verschiedenen Reizsituationen ausgesetzt, deren Bewältigung seine Wesenszüge erkennen lässt. Zu jedem Zeitpunkt muss er von seinem Hundeführer kontrolliert werden können. Danach wird der Hund gemessen, gewogen und in Stand und Bewegung vom Körmeister beurteilt. Aus einer Gesamtbewertung aller Daten wird dann die zuerkannte Körklasse ermittelt und im Körschein vermerkt, der zunächst zwei Jahre gültig ist. Im letzten Jahr vor Ablauf dieser Frist kann das Tier noch einmal zur Ankörung auf Lebenszeit vorgestellt werden.
Körmeister Lothar Quoll war in Peiting der Überzeugung, dass ich in allen wesentlichen Punkten dem Rassestandard entspreche, mit 59,5 cm Größe und 31,5 Gewicht weder zu groß, noch zu schwer bin; meine Beine fand er hübsch, meinen Gang elegant. Es gab noch viele weitere Bewertungspunkte, die ich alle noch schriftlich attestiert bekomme. Er hat mir mit der Körklasse 1 die höchstmögliche und zuchtempfehlende Qualifikation zugesprochen. Besonders hat er noch erwähnt meine “besonderen Schutzdienstqualitäten und die ausgezeichneten Griffe”. Da haben sie gestrahlt, meine Züchterin Andrea Wittmann und meine Brigitte. Ich auch!
Soooo groß war ich, als ich vor genau drei Jahren bei den Fischers einzog … und noch ein klein wenig grün hinter den Ohren

Am Freitag hatte ich das Vergnügen, mit Freunden im Rahmen der Happy-Dog-Tour 2009 einen Vortrag von Günther Bloch zu besuchen mit dem Thema:
- Wolfseltern und ihre Vorbildfunktion für den Nachwuchs
- Gruppenverhalten in Kaniden-Familienverbänden
- Dominanzbeziehungen zwischen Wolfseltern, Welpen und Jungtieren
Zum Referenten gibt WIKI wie folgt Auskunft:
Günther Bloch (* 1953 in Köln) ist ein Kynologe und Autor. 
1977 gründete er in der Eifel seine „Hundefarm“ und begann Haushunde in Gruppen zu halten und ihr Verhalten systematisch zu beobachten. Mit Erik Zimen und Elli H. Radinger gründete er 1991 die „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V.“ deren Geschäftsführer er war. Ab etwa 1993 bis 1996 leitete er einige Forschungsprojekte mit dem Thema frei lebende Wölfe in Polen und Kanada, teilweise in Zusammenarbeit mit Paul Paquet (Universität Calgary, Kanada). Seit dem 8. Mai 2005 führen Günther Bloch und seine Mitarbeiter im Projekt „Tuscany Dog Project“ in der Toskana für mindestens drei Jahre kontinuierliche Verhaltensbeobachtungen an verwilderten Haushundegruppen durch. Günther Bloch publizierte insgesamt fünf Bücher über Wolfs- und Hundeverhalten und veröffentlichte zahlreiche Fachartikel in Hundezeitschriften.
Es ist ein Hochgenuss, Günther Bloch über seine Wolfsfamilien erzählen zu hören! Nicht nur, dass er mit seinem enormen Fachwissen überzeugt; er strapaziert die Lachmuskeln enorm, wenn er auf seine humorvolle Art erzählt, wie die “Schnösel” sich in ihrer Umwelt zurecht finden. So manche oft strapazierte Weisheit über das Verhalten der Wölfe im Familienverband wird widerlegt, das soziale Gefüge der Wolfsfamilie wird in wunderbaren Filmaufnahmen dokumentiert und viele Verhaltensweisen werden auf das Gefüge Mensch - Hund übertragen und erklärt. Ein unvergesslicher Abend, den ich jede Minute genossen habe!