Edgar Scherkl
“Der Nachteil der Intelligenz besteht darin, daß man gezwungen ist, ununterbrochen dazuzulernen” sagte einst George Bernard Shaw. Nun, da ich ein äußerst intelligentes kleines Hundemädchen bin, machten wir uns ganz in G. B.’ s Sinne morgens um fünf auf den Weg nach Waldmünchen zu einem Wochenendseminar mit Edgar Scherkl. Brigitte frisch gespritzt und ich ohnehin topfit!
“Mein Hund , der Freund an meiner Seite, der meinen Respekt und meine Fairness verdient. Das ist der Weg, den ich gehe”, beschreibt Edgar seine Philosophie.
Zwei Tage lang konnten wir sehen, hören, beobachten, lernen und wir waren fasziniert. Endlich gibt es jemanden, der auch im Schutzhundesport erkannt hat, dass der Einsatz von Gewalt in der Hundeausbildung nichts zu suchen hat. Und der damit Erfolg hat!
Alle Seminarteilnehmer konnten an beiden Tagen individuell mit Edgar Verbesserungen in der Unterordnung und im Schutzdienst erarbeiten. Es war faszinierend, wie schnell die Hunde das Erlernte umsetzen konnten, da es ihnen klar, verständlich und ohne negative Einwirkung vermittelt wurde. Bei JEDEM Team waren deutliche Fortschritte zu ersehen.
Den positiven Aufbau der Gehorsamsübungen kenne wir ja schon aus dem Obedience etc.
Neu und besonders beeindruckend war für uns die Arbeit im Schutzdienst. Es ist erstaunlich, wie viel Fehler und damit Stress man von vorne herein aus der Arbeit ausschließen kann, wenn man den richtigen Weg geht!
Die von Scherkl ausgebildeten Hunde zeigten alle einen überzeugenden Schutzdienst. Absolut faszinierend war, dass sie zwischen den Kampfhandlungen ohne jede manuelle Einwirkung die Gehorsamsübungen aufmerksam und überhaupt nicht nervös absolvierten. Der Helfer steht auf dem Platz, den Schutzarm angezogen und die Tiere laufen ein astreines Fuß in jede gewünschte Richtung und in jedem Tempo. Das kann nur ein Hund bringen, dem man seine Selbstsicherheit in jede Richtung erhalten hat.
Am Sonntag tauchten Thomas Schmid und Helga Schenk auf dem Seminar auf; beide arbeiten wohl inzwischen eng mit Edgar zusammen. Ja, wenn nun schon unsere Landesgrößen neue Wege gehen, dann lässt das stark hoffen, dass sich in der Ausbildung der Hunde auch auf unterer Ebene hoffentlich schnell etwas ändern wird.
Renate, Sandra und Andrea waren mit dabei und wir hatten viel, viel zu diskutieren und besprechen - und haben noch mehr zum Nachdenken mit nachhause genommen.