So langsam lerne ich meine Umgebung immer besser kennen! Heute morgen trafen wir einen riiiiesig großen Hund vom Bauernhof um die Ecke! “Rambo” sieht aus wie ein Fass auf vier (kurzen) Beinen mit Fell
Brigitte sagt, vor dem müssen wir Mädels uns in Acht nehmen, wenn wir läufig sind - der belagert dann immer unser Eingangstor. Na, so wie der aussieht, kommt der von null auf hundert etwa so schnell wie ein Traktor - soll er doch erst mal versuchen, mich zu kriegen!
Am Vormittag waren wir wieder auf dem Hundeplatz; diesmal wurde ich Rita und Milva und Kilo Maddog vorgestellt - ich finde, der Name passt zu ihm - ganz schön ausgeflippt, der Knabe! Auch die Spaziergänge werden immer interessanter: Für so ganz einfache Dinge wie “kommen” oder “sitzen” gibt es leckere Würstchen. Nur in die Pfützen darf ich immer noch nicht rein
Ja und nun wird es doch Zeit, dass ich langsam meine Pflichten im Haushalt übernehme. Als erstes habe ich mal unter dem Bett sauber gemacht; bin mit meinem Zottel immer wieder unten durchgekrochen, bis auch die letzte Staubflocke an meinem Bauch hing! Immer, wenn ich auf der einen Seite reingeschossen bin, lag Brigitte auf der anderen am Boden mit dem Fotoapparat in der Hand. Aber bitte, von wegen in dem staubigen Zustand fotografieren lassen! Man hat ja schließlich seinen Stolz! Hab’ einfach in das Objektiv reingebissen und Schluß war. Wenn ihr wollt, könnt ihr ein paar Aufnahmen von meinen Mandeln haben!
Ein paar komische Dinge gehen hier im Haus vor … Immer, wenn ich ins Schlafzimmer komme, steht mir gegenüber ein Hund, der mir aber so was von ähnlich sieht! Und er macht sich einen Spaß daraus, mich in allem nachzuäffen! Keine Ahnung, wo der sich ansonsten versteckt - aber wetten, auch das finde ich noch raus!
Gleich am Morgen waren wir am Ammersee; war aber nicht so lustig. Kaum angekommen, blieb Brigitte vor einem Schild stehen und teilte mir bedauernd mit, dass ich an die Leine muss
Es kamen jede Menge Leute vorbei und ich hörte das übliche “ach Gott ist die süüüß” - aber denkste einer hätte sich hingestellt und “Freiheit für Hunde” gerufen. Bleib ich lieber bei meinen Weihern in Königsbrunn - da kann ich hüpfen und schwimmen, so viel ich will. Apropos schwimmen: Gestern waren wir mit Kim an den Weihern - Brigitte hat einen großen Stock ganz weit geworfen - Kim mit Karacho hinterher - ich mit einem Weitsprung die Verfolgung aufgenommen - und dann war da nichts mehr, nur noch NASS! Oh Mann, das hätte mir ja wohl einer sagen können! Ich konnte mich gerade noch ans Ufer retten. Und meine Frisur war völlig im Eimer …
Aber ich muss schon sagen, die lassen sich echt was einfallen für mich. Heute haben sie einen Frosch als Animateur engagiert. Voll witzig, der Kerl, der könnte echt ins Fernsehen. Durch den halben Garten ist der gehüpft, hat sich immer wieder versteckt - aber der hat nicht mit mir und meiner Supernase gerechnet
Eine Viertelstunde hat er durchgehalten, dann ist der Feigling auf den Komposthaufen gehüpft - igitt igitt!
Heute habe ich mich aber voll eingeschleimt: Beim Gassigehen morgens um fünf dachte ich mir, ich sollte auch mal was zum Frühstück beitragen und habe für Brigitte einen dicken, fetten Regenwurm gefangen. Mann, die hat sich gefreut!
Am Nachmittag ging’ s das erste mal auf den Hundeplatz nach Buchloe!
Mit Britta, Willow und “Kaptain Kirk of Cleverland”, genannt “Cody” - der ist zwar ein Border-Collie, sieht aber aus wie ein Panda-Bär und hat auch etwa die gleiche Statur!
Zum eingewöhnen dürfen wir einfach nur spielen und spazierengehen,
ganz ohne Zwang - wurde uns versprochen …
“Nein, trink nicht aus der Pfütze!” Na wo denn bitte sonst???
“Nein, wälz dich nicht im Acker!” Dann geh’ mit mir in den Englischen Garten!!!
“Nein, der Stock gehört Kim !” Soll die Alte halt drauf aufpassen
“Nein, du ertränkst dich nicht in der Gennach!” Hatte ich auch nicht vor, meine Liebe!
Tja, so ist das mit den Menschen … stellen tausend Regeln auf und ich mit meinen acht Wochen soll sie alle schon kennen …
Aber sonst war’ s lustig! Cody ist zwei Wochen älter als ich und kann Sumo-Ringen.
Ein paar Griffe und Würfe hat er mir schon beigebracht. Wir haben ausgemacht, dass wir fleissig weiter trainieren. Schliesslich sollen wir uns ja beide im Sport einmal unsere Lorbeeren verdienen!


Ich habe mich entschlossen, doch einen anderen Beruf zu erlernen: Ich werde Metehorrorloge!
Keiner anderer verdient sein Geld mit solchen Lügen ungestraft! Du kannst öffentlich im Fernsehen erzählen, dass morgen die Sonne scheint; falls es regnet, kräht kein Hahn danach. Statt einem sonnigen Pfingstwochenende haben wir ein Wetter, bei dem man keinen Hund rausjagen sollte. Jedenfalls sind wir heute mehrfach richtig nass geworden. Gut, Spaß hatten wir trotzdem. Hier eine kleine Fährte, da ein wenig Clicker-Training - und schon ist der Tag gerettet!
Und was macht man sonst an einem verregneten Pfingstsonntag?
Richtig, man legt sich auf die Couch und macht ein Schläfchen!
Nicht schlecht, gleich am Tag nach meiner Ankunft wurde eine Warm-up-Party für mich veranstaltet! Na ja, eigentlich war sie ja für Martin - aber wer kümmert sich schon um einen ‘Martin’, wenn ein Welpe in der Nähe ist, noch dazu ein ganz frischer! Das ist ein lustiges Rudel mit
zwei Großen: Martin und Sabine,
zwei Kindern : Fabian und Remo,
zwei Hunden : Tim und Jester,
und einem Haus mit Garten, in dem auch die Hunde toben dürfen.
Jedenfalls hatte ich den langbeinigen Border-Collie Jester sehr schnell erobert und wir durften stundenlang toben und spielen. Wenn’ s mir zu anstrengend wurde, habe einfach eine Auszeit unter dem Sofa genommen - da passt der Große nicht mehr drunter:-) Fand er nicht witzig, ich schon!
Tim findet mich irgendwie nicht ganz so süß, aber macht nix, der ist mir eh zu alt. Ausserdem habe ich den Verdacht, der steht auf meine Adoptivmama Kim!
