Der Bär
Leute, in Bayern ist der Bär los!
Die Nachrichten sagen, dass das erste mal seit 170 Jahren ein frei laufender Bär in Bayern gesichtet wurde. Der wollte wohl mal Urlaub machen und kam einfach so von Österreich über die Grenze - ohne biometrischen Paß und ohne Visum, ohne Einreisegenehmigung. Ob der wohl wußte, dass er seinen Ausflug ausgerechnet nach Bayern unternommen hat und auf was er sich da einlässt? Und jetzt wollen sie ihn abschießen, weil er sich irgendwo Essen geklaut hat. So sind sie, die Menschen: Erst ein Riesentheater, “oh wie niedlich, endlich wieder einen Bärchen, lass ihn uns schnell fotografieren” - und wehe, der sich dann benimmt wie einer - weg damit! “Finaler Rettungsschuß” nennt sich so was wohl … Wieso war der Bursche denn eigentlich bisher in Österreich nicht unangenehm aufgefallen? Ist ja auch furchtbar schwer, im Zeitalter von Satelliten und Überwachungskameras und Peilsendern und und und ein Lebewesen unter Kontrolle zu halten, gell, Herr Schily
In der Zeitung stand: “Wenn uns die Natur ihrer Unberechenbarkeit wegen anzieht, so heißt das freilich nicht, dass wir sie nicht berechnen wollen.”
Schon meine Mama hat mir immer erzählt, dass wir Tiere viele Probleme nicht hätten, wenn sich der Mensch nicht überall einmischen würde. Oder denkt ihr, mein Ururururgroßvater Wolf hätte sich Enkelkinder gewünscht, die nicht einmal mehr Haare am Körper haben oder vor lauter Plattnase nicht mehr atmen können?!?!?
Jedenfalls hat der Bär wohl gerade noch rechtzeitig Asyl gefunden
Aber auch das hat mir meine Mama beigebracht: Es gibt Situationen im Leben, da muss man alle gute Erziehung vergessen, auf seinen Bauch hören und einfach instinktiv handeln.